April und Mai 2017 | HyperWerk

Wie sieht der Teppich von heute aus, und was soll er können? Wann und wo wollen wir ihn einsetzen? Welche Geschichte soll er erzählen? Wo ist die Grenze zwischen der Realität und dem Virtuellen?

Teppiche werden in Europa meist nur zum Bedecken von Fussböden genutzt. Doch der Teppich kann weitaus mehr: Er erzählt Geschichten, dient Ritualen oder sorgt für Wärme und Gemütlichkeit. Auch kann er Bühne, Auftrittsfläche oder schützende Grenze darstellen.
Im zweiteiligen Workshop Teppichwelten am HyperWerk HGK FHNW haben wir uns während insgesamt fünf Tagen mit Teppichen auseinandergesetzt. Das Ziel war das Erarbeiten einer nomadischen Bühne für die Studenten des Instituts HyperWerk.

 

Teil 1 | 11. und 12. April 2017

Den Startschuss hat Jörg Affentranger, Vereinspräsident der Freunde des Orientteppichs Basel, gegeben. Er hat die Teilnehmenden mit seinem Vortrag auf eine Reise in die Welt der Nomaden mitgenommen und eine beeindruckende Auswahl aus seiner privaten Teppichsammlung zur Ansicht mitgebracht.

Neben traditionellen orientalischen Teppichen wurden auch Tufting, elektronische Textilien (E-Textilien), Robotik und Virtuelle Realität (VR) in den Workshop mit einbezogen. Für die E-Textilien hat Sophie Kellner, Masterstudentin am Institut Integrative Gestaltung, einen Einblick ermöglicht. Sophie setzt sich seit einiger Zeit mit E-Textilien auseinander und hat erst kürzlich einen elektro-textilen Wandteppich realisiert. Daniel Nikles war für die Robotik mit an Bord, er ist HyperWerk-Absolvent und ebenfalls im Masterstudium Institut Integrative Gestaltung. Das Virtual Valley hat in Sachen VR tatkräftig mitgewirkt und unser Experimentierfeld abgerundet.

 

Teil 2 | 3. – 5. Mai 2017

Im zweiten Teil des Workshops standen das Handwerk und die Herstellung der Prototypen im Vordergrund. Wir experimentierten mit diversen Materialien wie verschiedener Wolle, Recyclingschnur, Kassettenbändern oder Thermochromfarbe und dem Tuften als textiler Technik. Ausserdem haben wir Modelle für Transportmöbel entworfen, eigene Muster und Symbole entwickelt, uns mit der Gestaltung und Einnahme verschiedener Räume befasst, sowie Sensoren, LEDs, Thermofarbe, leitende Fäden und die Hand-Tufting-Maschinen ausprobiert. In der Virtuellen Realität konnte man Teppiche beliebig auslegen, und selbst der KUKA-Roboter hat sich im Tuften versucht.

 

In Zusammenarbeit mit: Institut HyperWerk HGK FHNW, Jörg Affentranger | Freunde des Orientteppichs Basel, Sophie Kellner | Institut Integrative Gestaltung Masterstudio HGK FHNW, Daniel Nikles | Institut Integrative Gestaltung Masterstudio HGK FHNW, Virtual Valley
Organisation: Anna Cordasco, Tamara Stäheli
Teilnehmer: Daniel Nikles, David Hanek, Fabian Baum, Florine Thomke, Mischa Schaub, Roman Etter, Ronny Buth, Sophie Plattner
Bilder: Anna Cordasco, Tamara Stäheli, Vito Cordasco
Filme: Anna Cordasco

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